Anna Fischer, Sabine Van Canegem Juni 27, 2017

Das Center for Structural Heart Disease am Henry Ford Hospital in Detroit (USA) ist eines der weltweit führenden Zentren für strukturelle Herzerkrankungen. Dr. Dee Dee Wang, Leiterin der Abteilung Structural Heart Imaging am Henry Ford Hospital und medizinische Leiterin des 3D-Drucklabors am Henry Ford Innovations Institute, war auf dem Materialise World Summit in Brüssel als Sprecherin eingeladen. In ihrem Vortrag erörterte Dr. Wang die Bedeutung der 3D-Technologie für die OP-Planung bei strukturellen Herzerkrankungen - insbesondere beim Transkatheter-Mitralklappenersatz.

Hoffnung für Hochrisikopatienten

Das Henry Ford Hospital’s Center for Structural Heart Disease wendet mit Unterstützung durch das Henry Ford Innovation Institute 3D- und 4D-Bildgebung an - für mehr Patientensicherheit und bessere Ergebnisse bei Operationen von Hochrisikopatienten mit struktureller Herzerkrankung.

Durch diese neue Technologie können Dr. O'Neill und seine Kollegen einen präziseren minimalinvasiven Transkatheter-Mitralklappenersatz vornehmen. Davon profitieren vor allem Patienten, die sich keiner Operation am offenen Herzen unterziehen können. Das Team gibt seinen Patienten Hoffnung und strebt nach dem höchsten Maß an Patientensicherheit.

Die Bedeutung der 3D-Modellierung

Für Dr. Wang liegt der Wert der 3D-Technologie in der Möglichkeit des computergestützten Designens. Sie erklärt die zwei wichtigen Funktionen der 3D-Modellierung für den Transkatheter-Mitralklappenersatz: Erstens kann per 3D-Druck für jeden Patienten eine passgenaue Klappe hergestellt werden. Zweitens kann durch 3D-Modelle die richtige Position der Klappe ermittelt werden, damit es nicht zu einer Einengung des linksventrikulären Ausflusstraktes kommt.

Der Transkatheter-Mitralklappenersatz gehört zu den schwierigsten und riskantesten Eingriffen in der modernen Medizin. Ohne sorgfältige 3D-Planung ist die Gefahr groß, dass der Patient verletzt wird - möglicherweise sogar tödlich. Wenn eine neu implantierte Klappe den Blutfluss vom linken Ventrikel in die Aorta blockiert, kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen für den Patienten kommen. Wird aber schon vor dem Eingriff erkannt, dass die Gefahr einer LVOT-Obstruktion besteht, können Komplikationen verhindert und das Leben des Patienten gerettet werden. Ohne computergestützte 3D- und 4D-Modellierung ist dies jedoch nicht möglich.

Zudem könne das OP-Team mithilfe von 3D-Technologie und 3D-Planung verschiedene Implantat- und Instrumentengrößen, Katheter und Kanäle vor der Operation testen, sagt Dr. Wang. Durch all diese Absicherungen fühlen sich die Operateure sehr viel sicherer bei der Durchführung von Hochrisiko-Operationen.

Dee Dee Wang

Dee Dee Wang

„Ein Leben gerettet, einen Tod verhindert.“

Beim Interview mit Materialise sagte Dr. Wang, dass sie und ihre Kollegen durch die 3D-Modellierung individuelle, patientenspezifische Therapien anbieten können. Materialise Mimics ermögliche ihnen, neue Methoden anzuwenden und zugleich die Patientensicherheit zu steigern.

Mithilfe der Materialise Mimics Innovation Suite können die Ärzte vom Henry Ford Innovative Institute vor einer Operation das Einsetzen eines Klappenimplantats simulieren, um dessen optimale Position zu bestimmen. So könne ein Patientenleben gerettet werden, sagt sie.

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Materialise MIS für den Transkatheter-Mitralklappenersatz

Materialise Mimics kann auf vielfältige Weise für die Entwicklung innovativer medizinischer Lösungen eingesetzt werden. Am Henry Ford Center for Structural Heart Disease und dem Innovative Institute wird Materialise Mimics zur 3D-Planung von Mitralklappen-OPs eingesetzt. Zugleich wird ein Workflow für diese Eingriffe entwickelt, der von Ärzten auf der ganzen Welt genutzt werden kann.

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