Materialise unterstützt Epithetik-Projekt für syrische Kriegsopfer

Gilching bei München, 30. März 2019 – Materialise, ein führender Anbieter von Lösungen für 3D-Druck, unterstützt mit der Materialise Mimics Innovation Suite Software ein Epithetik-Projekt für syrische Kriegsopfer. Im Rahmen des Projekts, das vom deutsch-syrischen Verein Alkawakibi e.V. getragen wird, erhalten Syrer mit kriegsbedingten Gesichtsverletzungen kostenlos Prothesen und Epithesen – und damit die Chance auf eine Rückkehr in den Alltag.

Der seit 2011 tobende Krieg in Syrien hat viele Menschen das Leben gekostet und zahlreiche sind schwerwiegend verletzt. Da die meisten Krankenhäuser zerstört wurden und viele Ärzte das Land verlassen haben, ist eine medizinische Versorgung kaum gewährleistet. Gerade Menschen mit Kiefer- und Gesichtsdefekten, beispielsweise mit verlorenen Augen oder Nasen, leiden oft unter starken psychischen Belastungen, da sie nicht nur das Erlebte verarbeiten, sondern auch mit den Auswirkungen ihres veränderten Äußeren zurechtkommen müssen. Sie ziehen sich häufig komplett zurück und geraten in die Isolation.

Dr. Bassel Alsaeed, Spezialist für Kieferchirurgie und Epithetik aus Berlin, gründete 2013 das Projekt „Internationale Hilfe für gesichtsverletzte Kriegsopfer in Syrien“, um eine Lücke in der medizinischen Versorgung vor Ort zu schließen. Sein Ziel: den Betroffenen mit einer Gesichtsrekonstruktion wieder ein ästhetisches Äußeres zu geben, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und sie wieder in der Gesellschaft zu integrieren. Seit 2015 stellt das türkische Emel Krankenhaus dafür kostenlos Behandlungsräume zur Verfügung. Die Klinik befindet sich in Reyhanli nahe der syrischen Grenze – nur etwa 20 Kilometer von einem der am heftigsten umkämpften Gebiete im syrischen Bürgerkrieg entfernt. Seit 2017 sind auch zwei Zentren direkt in Syrien Projektpartner. Ein ehrenamtliches Team aus Chirurgen und Anaplastologen rund um Dr. Alsaaed reist regelmäßig dorthin, um die Patienten kostenlos zu behandeln. In den meisten Fällen fertigen sie dazu künstliche Prothesen und Gesichtsteile, sogenannte Epithesen, an. Bislang konnten sie damit schon etwa 1.500 Patienten helfen – davon seit 2018 insgesamt 750 Menschen mit individuellen Prothesen.

 

Virtuelle Planung mit 3D-Software

Unterstützt wird Dr. Alsaeed durch den 3D-Druck Anbieter Materialise, der ihm für das Projekt kostenlos die Materialise Mimics Innovation Suite zur Verfügung stellt. Damit können die komplexen Eingriffe optimal vorbereitet und Vorlagen der patientenspezifischen Implantate – insbesondere Kranial- und Orbitalplatten aus Titan – erstellt werden. Die Software ermöglicht es, präoperative Pläne detailliert darzustellen und ein realistisches, vorhersehbares Ergebnis aufzuzeigen. In den meisten Fällen wird dabei das Knochengewebe der gesunden Gesichtshälfte gespiegelt und als Vorlage verwendet – so entsteht ein symmetrisches und ästhetisches Gesamtbild. Die passgenauen Implantate werden im Anschluss direkt vor Ort gedruckt und eingesetzt. Das Ergebnis: Die Patienten fühlen sich wieder wohl im eigenen Körper, nehmen wieder am gesellschaftlichen Leben teil und können in vielen Fällen wieder ihrer Arbeit nachgehen – kurz: Sie bekommen einen großen Teil ihrer Lebensqualität zurück.

 

Nachhaltige Hilfe durch Wissenstransfer

Neben der Versorgung der Kriegsopfer hat das Projekt noch einen zweiten Schwerpunkt: die Fortbildung der syrischen Kollegen vor Ort. Dem Projektteam rund um Dr. Alsaeed ist es wichtig, dass einheimische Experten ausgebildet werden, die Patienten später auch ohne ausländische Unterstützung helfen können. So soll langfristig die Behandlung und Nachsorge von Patienten mit Gesichtsverletzungen sowie das fachspezifische Training der Fachkräfte sichergestellt werden – sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe. Künftig sollen zudem noch weitere Zentren dazukommen, um möglichst viele Menschen im Land zu erreichen. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: www.epithetik-projekt.de Medizinische Lösungen von Materialise Materialise Medical, Pionier im Bereich medizinischer Applikationen im 3D-Druck, unterstützt Forscher, Ingenieure und klinische Anwender darin, innovative patientenspezifische Behandlungsmethoden zu entwickeln, die das Leben von Patienten verbessern und retten. Die flexible Software-Plattform Mimics Innovation Suite umfasst ein breites Spektrum an Services und Softwarelösungen. Als Basis für den zertifizierten medizinischen 3D-Druck, sowohl im klinischen als auch im Forschungsumfeld, bietet die Plattform Softwaretools für die virtuelle Planung und ermöglicht 3D-gedruckte anatomische Modelle, patientenspezifische chirurgische Schablonen sowie Implantate. Weitere

Informationen finden Sie unter: www.epithetik-projekt.de

 

Über Materialise

Materialise integriert 27 Jahre 3D-Druck-Erfahrung in eine Reihe von Software-Lösungen und 3D-Druck-Services, die zusammen das Rückgrat der 3D-Druck-Branche bilden. Die offenen und flexiblen Lösungen von Materialise ermöglichen Unternehmen aus zahlreichen Bereichen – darunter das Gesundheitswesen, die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrt, Kunst und Design sowie der Bereich Konsumgüter – innovative 3D-Druck-Anwendungen zu schaffen, die darauf abzielen, die Welt zu einem besseren und gesünderen Ort zu machen. Materialise, mit Hauptsitz in Belgien und Niederlassungen in aller Welt, kombiniert das größte Software-Entwickler-Team der Branche mit einem der größten 3D-Druck-Werke der Welt. In Deutschland ist Materialise seit 1999 mit zwei Standorten in Bremen und München vertreten. Weitere Informationen finden Sie unter: www.materialise.de

 

Kontakt für die Presse:

Materialise
Katharina Mayer
T 08105 77 859 40
katharina.mayer@materialise.de

Epithetik-Projekt
Dr. Bassel Alsaeed
www.epithetik-projekt.de

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