Kirsten Van Praet Juli 21, 2017

Um erfolgreich Metallbauteile zu drucken, kommt es vor allem auf ein gutes Verständnis des Vorgangs an. Der Beschichter ist einer der Faktoren, die Auswirkungen auf die Qualität haben. Welche Arten von Beschichtern gibt es und welche Probleme könnten bei den verschiedenen Typen jeweils auftreten? Und vor allem: Wie können Sie diese Probleme schon bei der Vorbereitung der Daten vermeiden oder beheben?

Arten von Beschichtern

Generell lassen sich zwei Arten von Beschichtern unterscheiden: weiche und harte Beschichter. Beide sind in der Lage, das Pulver homogen zu verteilen, aber unter bestimmten Aspekten ist ihr Verhalten unterschiedlich.

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Metall-3D-Drucksystem

Weiche Beschichter

Kurz gesagt: ein weicher Beschichter besitzt Lippen aus Silikon, Gummi oder weichen Kohlefasern (Bürste) und verteilt das Pulver von einer Seite der Bauplattform zur anderen. Aufgrund dieser Flexibilität kann der weiche Beschichter bei einer potenziellen Kollision mit einem gedruckten Metallteil leicht nachgeben. Außerdem können weiche Beschichter leichter beschädigt werden.

Diese Art von Beschichter eignet sich perfekt zum Drucken verschiedener Teile auf derselben Plattform: auch wenn ein Teil verformt oder nicht korrekt erstellt wird, werden die anderen Teile trotzdem gefertigt, sodass der Bauvorgang nicht abgebrochen werden muss.

Harte Beschichter

Die Lippen eines harten Beschichters bestehen aus Schnellarbeitsstahl oder Keramik und üben Druck auf das Pulver aus. Im Gegensatz zu den weichen Beschichtern lässt dieser Beschichtertyp kaum Teileverformung zu. Dies bedeutet auch, dass der Bauvorgang bei einer Kollision des Beschichters mit einem Teil stoppt oder einige Ihrer Modelle über das Pulverbett gezogen werden.

Diese Beschichtertypen sind möglicherweise nützlich, wenn identische Teile auf derselben Bauplattform gedruckt werden. Wenn es bei einem Teil zu Verformungen oder fehlgeschlagenen Bauten kommt, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich andere Teile auf der Bauplattform identisch verhalten. Daher empfehlt es sich, den Bau im Falle einer Kollision anzuhalten.
 

 

So vermeiden Sie Probleme mit Beschichtern

Mit einer optimalen Positionierung Ihrer Teile auf der Bauplattform können Sie Baufehler im Zusammenhang mit Beschichtern minimieren oder sogar ganz beseitigen. Beschädigungen dünner Wände lassen sich beispielsweise durch ein Ändern ihrer Ausrichtung oder durch ein Erhöhen der Wandstärke und Abschnittsbreite vermeiden. Auf diese Weise lässt sich die Stabilität der Struktur erhöhen und die Anfälligkeit gegenüber Belastungen senken.

Einige allgemeine Richtlinien sind zu beachten:

Platzieren Sie Ihre Teile nicht parallel zum Beschichter! Drehen Sie sie um die Z-Achse, um die vom Beschichter ausgeübte Kraft besser zu verteilen.

Wenn Sie das Teil parallel zum Beschichter positionieren, wird es für den Beschichter schwieriger, bei einer Verformung über das Teil hinweg zu fahren. Drehen Sie Ihr Teil um 5 bis 45 Grad um die Z-Achse, sodass der Beschichter nicht über einer langen, flachen Wand entlangfährt. Da die Kanten, insbesondere die Ecken, eines Teils als Erstes von einer Verformung betroffen sind, ist es immer besser, wenn der Beschichter erst über eine Ecke und dann über den Rest des Teils fährt anstatt über eine lange, flache Wand, bei der zwei Ecken gleichzeitig überfahren werden. Dies senkt die Wahrscheinlichkeit einer Kollision und schützt die Qualität zerbrechlicher Elemente wie dünnen Wänden.

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Vermeiden Sie, Teile direkt hintereinander zu platzieren.

Wenn der Beschichter ein verformtes Teil berührt, geht der Bau trotz einer Beschädigung des Beschichters und/oder des Teils möglicherweise weiter. Solch eine Situation zieht eine Störung des Pulverbetts direkt hinter dem Kollisionsbereich nach sich. Falls möglich, sollten Sie beim Platzieren Ihrer Teile auf der Bauplattform entlang der Beschichtungsachse etwas Platz zwischen den Teilen lassen.

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