Julie Maes September 26, 2017

In der Wilhelmina Kinderklinik der Universität Utrecht hatte der Kardiologe Dr. Blank einen vierjährigen Jungen mit einem großen Herztumor untersucht. Aufgrund des Tumors litt der Junge unter Herzrhythmusstörungen und Dr. Blank erkannte sofort, dass es keine andere Möglichkeit gab, als den Tumor zu entfernen. Das Problem war allerdings die Position des Tumors - er befand sich in der Nähe der Mitralklappe und der Koronararterien. Den Tumor zu entfernen, ohne Beschädigungen an diesen empfindlichen Strukturen zu verursachen, stellte eine große Herausforderung dar. Dr. Blank wandte sich an Prof. Hraska, einen Herzchirurgen am Deutschen Kinderherzzentrum Sankt Augustin, der über umfassende Erfahrungen in der Entfernung derartiger Tumoren verfügte.

 

Challenging Heart Tumor

Links: Das gedruckte 3D-Modell des Tumors; Rechts: Der echte Herztumor nach der Entfernung.
 

Um die Machbarkeit dieser Tumoroperation zu überprüfen, wandte sich das internationale und multidisziplinäre Chirurgen-Team an Materialise, mit der Bitte, ein 3D-gedrucktes Modell des Herzens zu erstellen. 3D-Modelle waren in beiden Herzzentren bereits zuvor zum Einsatz gekommen. Das Herz eines Patienten bereits vor der Operation detailgetreu in Händen halten zu können - dieser Vorteil für den Chirurgen war durchaus bekannt. Durch die virtuelle 3D-Datei konnten die beteiligten Teams aus ganz Europa den Tumor simultan visualisieren und besprechen, und auch die physischen Verhältnisse des Tumors zur Mitralklappe und den Koronararterien beobachten. Auf Basis der genauen Daten, die sie durch das virtuelle Modell erhalten hatten, beurteilten die Ärzte-Teams die Operation als machbar.

Das 3D-gedruckte Modell wurde dann zur OP-Planung eingesetzt. Dr. Hraska gelang es, den Tumor zu entfernen und dem Jungen wieder ein normales Leben zu ermöglichen.

Professor Dr. Viktor Hraska, der langjährige Chefarzt des Deutschen Kinderherzzentrums Sankt Augustin, hat mit der Software Mimics Care Suite von Materialise sehr gute Erfahrungen gemacht:

"Die 3D-Visualisierung erleichtert die OP-Planung, vor allem bei den schwierigen Fällen. Bei einer kleinen Struktur wie einem Kinderherz ist es sehr wichtig, im Vorfeld eine möglichst genaue Sicht auf die Anatomie zu erhalten, um über die Machbarkeit des Eingriffs zu entscheiden und die Operation üben zu können. Die 3D-Modelle helfen uns auch sehr, die Eltern unserer Patienten aufzuklären.”

Wir beglückwünschen Dr. Blank und Dr. Hraska für diese gelungene Operation und wünschen ihrem jungen Patienten viel Erfolg!

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Haftungsausschluss: Mit MIS/Mimics erstellte 3D-gedruckte anatomische Modelle für diagnostische Zwecke, sind in Australien, Kanada und USA nicht verfügbar.