Anna Fischer Juli 13, 2017

Dr. Krieg.jpg Eine neue Hüfte aus dem 3D-Drucker: fünf Knochenkrebspatienten, zwei klinische Teams und Materialise überaus zufrieden. Materialise führte zusammen mit den orthopädischen Abteilungen vom  Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) und dem Righospitalet in Kopenhagen eine Studie zur periazetabulären Beckenrekonstruktion nach tumorösem Defekt durch. Die Ergebnisse dieser Studie wurden in der Fachzeitschrift „Leading Opinions“ veröffentlicht.

Periazetabuläre Rekonstruktion nach Tumorresektion

Ungefähr 8-20% aller Knochentumore treten im Becken auf. Ein Drittel dieser Tumore ist bösartig. Für diese speziellen Knochendefekte sind patientenspezifische Lösungen erforderlich. Nach drei Jahren anatomischer Untersuchungen, biomechanischer Experimente und weiterführender Analysen der Vorteile von Modularität und einzeitigen operativen Eingriffen konnte eine innovative Lösung gefunden werden.

Dank der Materialise aMace Technologie konnten die Orthopäden komplizierte periazetabuläre Knochendefekte erfolgreich rekonstruieren. Unsere biomedizinischen Ingenieure testeten gemeinsam mit den klinischen Teams aus Kopenhagen und Basel das neue aMace Tumorresektionssystem bei fünf Patienten mit periazetabulären Defekten.

Periacetabular reconstruction

Fünf erfolgreiche Operationen

Bei den ersten beiden Patienten wurde zunächst eine in zwei Schritte gegliederte Prozedur für das aMace Implantat (Scaffold) durchgeführt. In Kooperation mit Materialise planten die OP-Teams die Operation mit 3D-Darstellungen des Tumors, die anhand von MRT-/CT-Daten erstellt worden waren. Dann wurde der Tumor mithilfe patientenspezifischer Resektionsschablonen entfernt. Nach zehn Tagen konnten die auf den CT-Daten des resezierten Knochens basierenden und im 3D-Druckverfahren hergestellten individuellen Platten von den Chirurgen eingesetzt werden. In den weiteren drei Fällen wurde auf ein einzeitiges Verfahren mit direkter Implantation des Scaffolds umgestellt, da man die Prozedur mit patientenspezifischen Sägeschablonen durchführen konnte.

Five successful surgeries

Von links nach rechts: Scaffold mit modularen Platten und Schrauben, patientenspezifische Resektionsschablonen, Versuchsmodelle, patientenspezifische Bohrschablonen, Knochenmodell

Positive Ergebnisse

Dank genauer präoperativer Planung, patientenspezifischer Schablonen und einer patientenspezifischen Implantatstruktur erzielten Dr. Krieg und seine Kollegen hervorragende Ergebnisse hinsichtlich Passgenauigkeit, Fixierung und Patientenmobilität. Mit einer herkömmlichen Methode zur Beckenknochenrekonstruktion wäre dies nicht gelungen. Zudem schien sich auch das Infektionsrisiko mit dem Wechsel auf ein einzeitiges Verfahren aufgrund der kürzeren Operationszeiten und der geringeren Wundexploration dank patientenspezifischer Sägeschablonen von Materialise klar zu reduzieren. Ein weiterer Vorteil war die deutlich kürzere stationäre Aufenthaltsdauer im Vergleich zum zweizeitigen Verfahren, verbunden mit deutlich geringeren Kosten. 

Materialise entwickelt in enger Zusammenarbeit mit Chirurgen und deren Teams innovative Lösungen zur Optimierung der Resektion komplexer Beckenknochentumoren und der anschließenden Rekonstruktion. Weitere Informationen zur Anwendung der Materialise aMace Technologie für die periazetabuläre Rekonstruktion nach einer Tumorentfernung finden Sie im vollständigen Artikel zu dieser Studie - oder direkt bei Materialise: Kontakt

 

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