Stephanie Benoit Januar 9, 2018

2017 war ein spannendes Jahr für die 3D-Druckindustrie, mit vielen neuen Akteuren, unzähligen neuen Kooperationen und Innovationen. In einer so dynamischen Branche würde man gerne einfach in eine Kristallkugel schauen, um zu sehen, was die Zukunft bringt. Zwar haben wir bei Materialise leider keine solche Kristallkugel, aber wir haben viele Branchenexperten und Visionäre, die uns über ihre Prognosen für die 3D-Druckindustrie im Jahr 2018 informiert haben. Ihren Input haben wir für Sie in fünf Trends zusammengefasst.

 

Anwendungsorientierte Innovation

Die jüngsten Entwicklungen im Bereich Additive Manufacturing konzentrieren sich auf den Bau besserer, schnellerer, größerer und leistungsfähigerer Maschinen sowie auf die Nutzbarmachung neuer Materialien. Und obwohl es wichtig ist, unsere Fertigungsanlagen kontinuierlich zu erneuern und zu erweitern, wird die wahre transformative Kraft des 3D-Drucks nicht durch größere und bessere Maschinen freigesetzt. Stattdessen liegt der Schlüssel zum nächsten industriellen Wandel darin, dass wir wirklich verstehen, welche Anwendungen am meisten von der AM-Technologie profitieren. Mit anderen Worten: Fragen Sie nicht, was diese Maschine kann – sondern was diese Maschine für Sie tun kann. Wir gehen davon aus, dass Maschinen und Software in Zukunft immer spezialisierter und anwendungsorientierter werden, um ganz spezifische Kunden- und Branchenanforderungen zu erfüllen. Das Potenzial ist riesig. Als die Hörgeräteindustrie die Möglichkeiten des 3D-Drucks entdeckte, war der Wandel schnell und unumkehrbar. Innerhalb von 500 Tagen stellten über 90 % der Hörgerätehersteller in den USA auf Additive Manufacturing um. Das bedeutet, dass sich die produzierenden Unternehmen – anstatt darauf zu warten, dass die 3D-Drucktechnologie ausgereift ist – jetzt auf die Anwendungen konzentrieren sollten. Denn die Technologie ist da, aber es sind die Anwendungen, die den eigentlichen Wandel vorantreiben.

 

Automatisierung

Da die 3D-Drucktechnologien immer weiter ausreifen, liegt der Schwerpunkt auf der Rationalisierung von Vor- und Nachbearbeitungsprozessen. Während ein großer Teil von 3D-gedruckten Produktionswerkzeugen und Prototypen nahezu direkt aus der Maschine heraus einsatzbereit ist, mit minimaler Nachbearbeitung, gibt es auch zahlreiche Endteile, die komplexe Nachbearbeitungsprozesse erfordern. Das ist nicht nur arbeits-, sondern auch kostenintensiv.

Die Industrieautomation in Form von Pick-and-Place-Robotern kann die Effizienz drastisch steigern, indem sie Zeit und Kosten für die Postproduktion senkt. Kombinieren Sie das mit Software-Know-how, und wir sehen ein Postproduktionssystem, das Rückverfolgbarkeit und Schnelligkeit sicherstellt, ohne übermäßig auf manuelle Eingriffe angewiesen zu sein. Software wird auch zunehmend eine Rolle bei der Automatisierung von Vorproduktionsschritten spielen. Das zeigt zum Beispiel das stark gestiegene Interesse an Simulationssoftware, das vor allem durch den zunehmenden Einsatz von 3D-Metalldruck getrieben wird. Denn während der 3D-Metalldruck bewiesenermaßen ein enormes Potenzial für Zeit- und Kosteneinsparungen besitzt, führt konstruktionsfehlerbedingte Materialverschwendung schnell zu untragbaren Kosten. Wir erwarten, dass Simulationssoftware eine wachsende Rolle dabei spielen wird, Mängel vorherzusagen, um sie im Druckprozess vermeiden zu können.

 

Integration

In den letzten Jahren haben wir gesehen, wie der 3D-Druck seine Position in der Lieferkette behauptet hat. Mit schnelleren Durchlaufzeiten und werkzeugloser Produktion hat sich der 3D-Druck als wertvolle Technologie für Anwendungen erwiesen, die traditionell ressourcenintensiv sind. Sie führt auch zu schlankeren Lieferketten und weniger Bestandsrisiken. Wir sind davon überzeugt, dass der 3D-Druck seinen Wert in der Produktionskette auf zweierlei Weise kontinuierlich steigern wird: durch die Schaffung digitaler Lieferketten, die eine Umwandlung ganzer Geschäftsmodelle wie bei der Hörgeräte- und Brillenindustrie versprechen, und durch eine stärkere Integration in bestehende Lieferketten.

 

Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit ist der Schlüssel zur Ausweitung des 3D-Drucks auf die Fertigungsindustrie. Die zunehmende Zusammenarbeit zwischen bestehenden Akteuren wie Hardware-, Software- und Service-Anbietern wird zu optimierten und leichter integrierbaren Produktangeboten führen, die die Akzeptanz weiter steigern werden. Wir erwarten auch eine stärkere Zusammenarbeit zwischen der 3D-Druckindustrie und ihren Kunden. Im Rahmen unseres Angebots der Co-Creation lassen sich 3D-Drucksoftware-, Ingenieurs- und Fertigungswissen mit den spezifischen Marktkenntnissen des Kunden zusammenführen. Diese gemeinsame Entwicklung von Lösungen ist die eigentliche treibende Kraft für Innovationen mit transformativer Wirkung.

3D-Metall-Druck

Der 3D-Metall-Druck entwickelt sich rasant, sowohl im Hinblick auf die Senkung der Kosten als auch auf die Erhöhung der Akzeptanz. 2018 wird es Verbesserungen bei den neuen Technologien und Verbesserungen bei den etablierten Technologien geben. Wir glauben, dass der 3D-Metalldruck niemals die traditionelle Fertigung ersetzen wird. Doch als komplementäre Fertigungstechnologie wird seine Position immer wichtiger. In Zukunft wird Metalldruck mehr und mehr zur Notwendigkeit, wenn es darum geht, spezifische Fertigungsprobleme zu lösen und maßgeschneiderte, komplexe Endprodukte zu entwickeln. In dem Zusammenhang haben wir im letzten Jahr auch ACTech übernommen, ein deutsches Fertigungsunternehmen, das sich auf den Guss hochkomplexer Metallprototypen spezialisiert hat. Mit der Metallkompetenz dieses Spezialisten und unserer 3D-Druck-Kompetenz sind wir bereit, den 3D-Metalldruck auf die nächste Stufe zu heben.

Sind Sie bereit für den Sprung zum 3D-Druck im Jahr 2018? Oder wollen Sie Ihre bestehenden Prozesse verfeinern? Entdecken Sie, wie wir Ihnen behilflich sein können..