Radhika Dhuru Januar 31, 2018

Als Ingenieur in der Fahrzeugentwicklung oder als Qualitätsprüfer haben Sie sich wahrscheinlich daran gewöhnt während der Fahrzeugenwicklung mit einer Vielzahl unterschiedlicher Prüfmittel und –lehren zu arbeiten. Clay Modelle, Messaufnahmen, Ausschnittslehren oder  Meisterböcke bis hin zu Cuben für Fahrzeugteile  – wäre es nicht wünschenswert diese Lösungen zu kombinieren? Und Sie durch additive Fertigung optimal an Ihre Anforderung anzupassen? RapidFit hat darauf eine eindeutige Antwort: solch eine effiziente Lösung bietet der RapidFit Smart Cube. Filip Dehing, Managing Director bei RapidFit, erklärt die Funktionsweise.

Filip Dehing, Managing Director, RapidFit

Woher stammt das Konzept für den Smart Cube?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir einen Blick auf die Branche werfen, die wir bedienen. Das Ergebnis einer Studie von Merrill Lynch über den Automobilmarkt in den Jahren 1999 bis 2014 deckte Folgendes auf: Die Marken mit dem schnellsten Modellreihenwechsel haben die größten Anteile am Markt. Mit anderen Worten: Wenn Sie mehr Autos verkaufen möchten, müssen Sie ein gelungenes Design sehr schnell zur Marktreife bringen. Dazu muss der Entwicklungsprozess beschleunigt werden. Um dabei Ihre Gewinnspanne zu halten, ist es von Vorteil die Kosten bei der Werkzeugbereitstellung zu senken.

Laufend neue Entwicklungen auf den Markt zu bringen und gleichzeitig die Kosten zu senken, erzeugt einen enormen Druck auf die Automobilindustrie. Sie benötigt deshalb Lösungen, um die Fahrzeugentwicklung effizienter, schneller und flexibler zu gestalten. Das sind die Anforderungen, denen der Smart Cube gerecht wird.

London Taxi on the RapidFit Smart Cube

Der RapidFit Smart Cube mit Karosserieteilen der legendären Taxen der London Taxi Company

Was ist anders am RapidFit Smart Cube?

Das Hauptmerkmal des Smart Cube ist seine vollständig modulare Bauweise. Sie können verschiedene Module einfach austauschen und aktualisieren – vom Armaturenbrett bis zum Griff – und das Werkzeug durch neue CAD-Revisionen und Designreifung auf dem aktuellsten Stand halten. Ein herkömmlich hergestellter Cube ist im Wesentlichen eine einzelne Baugruppe aus gefrästem Aluminium. Er ist in der Herstellung sehr teuer und bedingt durch seine Bauweise sind Änderungen oder Modifikationen ebenfalls nicht gerade günstig. Im Gegensatz dazu ermöglicht unser Smart Cube solche Änderungen dank Modularität und 3D-gedruckter Endbauteile zu deutlich geringeren direkten und indirekten Kosten. Die Neuerungen können zudem „offline“ ausgeführt werden, da der Cube für die Disposition beim Kunden verbleibt.

Das macht den Smart Cube zu einer echten Innovation. Unsere Kunden können den Cube deutlich früher im Entwicklungsprozess einsetzen und für die folgende Produktion nutzen. Sie können einzelne Teile während der weiteren Produktentwicklung anpassen ohne Zeit oder Geld beim vollständigen Umbau des Cubes zu verlieren. Einer unserer Kunden ist die London Taxi Company mit Sitz in Coventry im Vereinigten Königreich. Als das Unternehmen kürzlich die Produktion der Taxen wieder aufnahm und sie auf elektrischen Antrieb umstellte, waren die erforderten Durchlaufzeiten sehr kurz – eine typische Anforderung für Projekte dieser Art.

Für die London Taxi Company war der Smart Cube ein wichtiges Werkzeug, um das neue Fahrzeugkonzept in Rekordzeit zur Marktreife zu bringen. Mein Team bei RapidFit ist begeistert zu den Wegbereitern für die erneute Produktionsaufnahme dieser legendären Fahrzeuge zu gehören.

RapidFit Smart Cube for the London Taxi Company

Das neue Elektrotaxi der London Taxi Company in verschiedenen Stadien der Entwicklung mit dem RapidFit Smart Cube

Wie beginnt die Entwicklung eines Smart Cube?

Jedes Projekt wird individuell auf die Anforderungen zugeschnitten. Kein Projekt ist wie das andere, aber folgt einem bewährten strukturiertem Vorgehen. Wir beginnen den Entwicklungsprozess damit, mit den Kunden über ihre Ideen und Anforderungen zu sprechen. Dabei erfassen wir jedes Detail, das im Laufe des Gesprächs aufkommt. Diese Details ermöglichen es uns, die genauen Messungen und Qualitätsprüfungen der Bauteile für den Kunden so leicht wie möglich zu machen.

Basierend auf den CAD-Dateien des Kunden legen wir gemeinsam fest, welche Bauteile in den Cube aufgenommen werden können, da diese sich auf die endgültigen Kosten des Cubes auswirken. Für jedes Bauteil definieren wir dann, welche Bereiche simuliert werden sollen und wie das Bauteil platziert werden muss. Für die Halterungen der Bauteile werden keine Kompromisse eingegangen: Wir stellen sicher, dass alle Klammern und Einzelheiten im Cube vollkommen wiedergegeben werden.

Dann entwickeln wir die Vorrichtungen, um die Anforderungen des Kunden zu erfüllen. Dazu verwenden wir CATIA oder NX in Kombination mit der Materialise Magics Suite und einer eigens entwickelten Design-Automatisierungssoftware.

Der große Unterschied zum herkömmlichen Cubing ist, dass wir – basierend auf vorläufigen CAD-Designs – bis zu 80 % der Konstruktion erledigen können. Wir können sogar den Cube auf Grundlage der vorläufigen CAD-Dateien herstellen, da nahezu alle nachfolgenden Modifikationen kleine Änderungen an individuellen Modulen darstellen. Da diese Module im 3D-Druckverfahren hergestellt werden, sind die Kosten für Modifikationen gering und berechenbar. Der Cube kann dem Kunden bereits in den frühen Phasen der Entwicklung bereitgestellt werden und noch selbst in der Produktion als Messwerkzeug weiterverwendet werden.

Der Beitrag des Smart Cube für verkürzte Markteinführungszeiten ist nun klar, aber welche Rolle spielt er für die Teams der Qualitätskontrolle und das Programm-Management?

Die Automobilindustrie hat sich daran gewöhnt, eine Vielzahl an unterschiedlichen Vorrichtungen für die Entwicklung zu verwenden, um zu bewerten, wie genau einzelne Bauteile bzw. Baugruppen zusammenpassen. Mit dem Smart Cube können Sie den gesamten Werkzeugsatz (ein sehr teurer und hinderlicher Werkzeugsatz) ersetzen: durch eine Lösung, die eine Vielzahl an Funktionen in sich vereint, einschließlich der Funktionen eines Messwerkzeugs für die Produktion. Unsere Kunden verwenden den Smart Cube bei Design und Entwicklung sowie entlang der gesamten Produktion.

Zudem ermöglicht unser modulares Konzept verschiedenen Teams die Zusammenarbeit am Fahrzeugdesign effektiver zu gestallten. Der Cube wird in einer frühen Phase des Designs erstellt und fortlaufend mit CAD-Aktualisierungen weiterentwickelt. Auf diese Weise können Sie bereits sehr früh mit dem Prototyping beginnen und können die verschiedenen Aspekte des Projekts visualisieren. Unser Konzept sorgt dafür, dass die unterschiedlichen Design-Teams wirklich zusammenarbeiten können.

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Die einzelnen Teile des Smart Cubes

Aston Martin DB11 on the RapidFit SmartCube
Aston Martin DB11 on the RapidFit SmartCube
Aston Martin DB11 on the RapidFit SmartCube
Aston Martin DB11 on the RapidFit SmartCube
Aston Martin DB11 on the RapidFit SmartCube
Aston Martin DB11 on the RapidFit SmartCube

Aston Martin DB11 auf dem RapidFit Smart Cube

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