Stephanie Benoit April 27, 2017

Mitte April war es das "Event-to-be" für die 3D-Druck-Branche: der Materialise World Summit in Brüssel. Während des zweitägigen Events hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, gemeinsam über die Zukunft des 3D-Drucks nachzudenken. Für die, die nicht dort sein konnten, haben wir die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammengefasst.

Materialise World Summit 2017


5. Der 3D-Druck-Hype ist vorbei und der Additiven Fertigung gehört die Zukunftt

Noch vor ein paar Jahren war es kaum möglich, der Aufregung rund um den 3D-Druck zu entkommen. Immer neue spektakuläre Anwendungsszenarien wurden entworfen und von Medien bereitwillig aufgegriffen. Doch jetzt ebbt der Hype langsam ab – und der Blick wird frei für all die lohnenden Anwendungen, in denen 3D-Druck zunehmend Fuß fasst. So zeigte sich während des Summits, dass inzwischen auch große traditionelle Hersteller wie GE und Siemens die Technologie adaptieren – und das mit sehr guten Ergebnissen.

The Yuniku scanner from Hoya

4. Die 3D-Drucktechnik ist ausgereift genug für reale Fertigungsumgebungen und sogar Krankenhäuser

Von Konsumgütern bis hin zu 3D-gedruckten Titanteilen für die Luftfahrtindustrie , von harten, industriellen Fertigungsumgebungen bis hin zu stark regulierten Umfeldern wie Krankenhäusern - die Technologie des 3D-Drucks ist jetzt ausgereift genug, um sie auch in anspruchsvollen Branchen einzusetzen. Und überzeugt dabei mit ihren Vorteilen. In der Medizin etwa eröffnet der 3D-Druck neue Behandlungsmöglichkeiten, die das Leben von Patienten verbessern können.

3. Es gibt erste Schritte zur Schaffung eines Rechts- und Regulierungsrahmens für den 3D-Druck

Wie bei allen neuen Technologien gibt es auch beim 3D-Druck keine Präzedenzfälle, auf die bei der Festlegung von Qualitätsstandards oder rechtliche Regelungen Bezug genommen werden kann. In Hochrisikoumgebungen wie Krankenhäusern ist es jedoch nötig, dass der Gesetzgeber entsprechende Vorgaben schafft. Dort müssen nicht nur Regularien zur einheitlichen Qualitätssicherung eingeführt werden, sondern auch in Versicherungsmodellen berücksichtigt werden. Und auch in Industrieumgebungen müssen Anforderungen klar und allgemeingültig formuliert sein. Mit dem wachsenden Einsatz der Technologie kristallisiert sich zunehmend heraus, welche Vorgaben nötig sind - sowohl im Gesundheitswesen als auch in komplexen Fertigungsumgebungen.

2. Die Anwendungsmöglichkeiten für den 3D-Druck werden immer vielfältiger

Eine der faszinierendsten Sachen beim 3D-Druck ist, dass es quasi endlos viele Anwendungsfelder gibt. Wie der MWS zeigte, lässt sich die Technologie für fast alles nutzen – von der individualisierten Brille über die Gasturbinenschaufel bis hin zu einem individuell gefertigten Hüftimplantat. Und mit jeder neuen Zusammenarbeit zwischen 3D-Druck-Experten und Entwicklern aus anderen Branchen kommen neue Branchen und neue Anwendungsmöglichkeiten für den 3D-Druck hinzu.

Model of the GO Wheelchair, designed by Benjamin Hubert

1. Zusammenarbeit ist der Schlüssel zur beschleunigten Anwendung des 3D-Drucks

Die wichtigste Erkenntnis des ganzen Gipfels war vielleicht, dass Zusammenarbeit elementar ist. Wenn 3D-Druck wirklich für alle und so schnell wie möglich verfügbar sein soll, dann muss die 3D-Druck-Branche mit Experten aus anderen Bereichen zusammenarbeiten. Ob eine Gemeinschaftsentwicklung mit einem Hersteller wie dem Brillenglasspezialisten Hoya oder eine Zusammenarbeit zwischen einem Krankenhaus, einer Universität und einer Regulierungsbehörde, um Patienten von der Technologie profitieren zu lassen: Innovation wird erst durch den Austausch von Ideen und Wissen möglich.
 

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